Presse



Manuel Röhrich
16. November 2009

Junge Liberale Bayern beschließen Antrag zur Hochschulpolitik – Reaktion auf Proteste

Mehr Demokratie, mehr Freiraum im Studium und mehr Chancengerechtigkeit an Bayerns Universitäten! Sebastian Körber MdB und Tobias Thalhammer MdL wollen Leitantrag in die Regierungspolitik einbringen!

Augsburg, 16.11.09. Auf ihrem 72. Landeskongress in Augsburg beschlossen die Jungen Liberalen Bayern am vergangenen Wochenende mit großer Mehrheit einen Leitantrag zur Hochschulpolitik. Der Antrag soll auf die aktuellen Proteste der Studierenden antworten und wird deshalb Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch (FDP) übergeben.
Zentrale Forderungen des Dokuments sind die Stärkung der Studentenvertretung, eine Erhöhung der Flexibilität im Studium durch eine Reform des Bachelor-Master-Systems und eine Reform der Studienbeiträge hin zu nachgelagerten Studienbeiträgen.

Hierzu erklärt der Landesvorsitzende der Jungen Liberalen Bayern, Sebastian Körber MdB: "Die Politik darf sich nicht wundern, dass die Studierenden die Protestbanner an unseren Universitäten auspacken. Wer in Hochschulgremien als Studierender überstimmt werden kann und sich deshalb demokratisch nicht vertreten fühlt, der geht irgendwann auf die Barrikaden." Die Jungen Liberalen Bayern fordern deshalb in ihrem Antrag, dass zukünftig jedes für die Verwendung von Studienbeiträgen und für Lehr- sowie Studienbedingungen verantwortliche Hochschulgremium zu 50% mit Studierenden besetzt wird. „Keine vom Staat eingesetzte Hochschulleitung soll sich über die Meinung der Betroffenen hinwegsetzen können. Eine Regierung kann schließlich auch nicht Politik betreiben, ohne dafür eine Mehrheit des Volkes hinter sich zu haben“, erklärt der Landesvorsitzende der FDP-nahen Jugendorganisation.

Im neuen Bachelor-Master-System fordern die Jungen Liberalen Bayern die Möglichkeit, die Regelstudienzeit von 6 auf 8 Semester wie international zu erhöhen, eine größere Gestaltungsfreiheit bei der Wahl von Nebenfächern und angemessene Prüfungslasten am Ende des Semesters. Sebastian Körber MdB hierzu: „Der Druck durch das enge zeitliche Korsett der Bachelor-Studiengänge ist für viele Studierende katastrophal und menschlich teils unzumutbar.“  Zudem sei eine zügige fachliche Qualifikation von Studierenden zwar wichtig - man wolle aber auch keine Absolventen, die in 3 Jahren Studienzeit nichts anderes als ihren Hörsaal, die Bibliothek oder das Labor gesehen haben. „Wir wollen Studierende, die neben dem Studium durch ehrenamtliches Engagement oder Praktika auch ihre sozialen Kompetenzen trainieren können“, sagt der Landesvorsitzende.

Eine weitere zentrale Forderung des Papiers ist die Reform des Studienbeitragssystems. So sollen Studienbeiträge zukünftig erst dann bezahlt werden müssen, wenn der Studierende nach dem Studium einen Arbeitsplatz und damit auch ein festes Einkommen hat. „Das jetzige Beitragssystem kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein“, erklärt Tobias Thalhammer, Landtagsabgeordneter der Jungen Liberalen Bayern. „Natürlich brauchen die Universitäten zur Erhöhung ihrer Qualität zusätzliche Einnahmen, damit unsere Absolventen im Vergleich mit ausländischen Studierenden nicht belächelt werden. Es ist jedoch nicht tragbar, wenn junge Menschen aus weniger wohlhabenden Elternhäusern ohne Sicherheiten einen Kredit bei einer Bank für ihr Studium aufnehmen müssen. Nicht wenige entscheiden sich in solchen Fällen gegen ein Studium und opfern dafür ihre eigene Lebensplanung trotz großen Talents - bei nachgelagerten Studienbeiträgen ist dies nicht der Fall“, kritisiert Thalhammer, der selbst Absolvent der Ludwig-Maximilian-Universität in München ist.

Die Jungen Liberalen Bayern hoffen durch diesen Antrag den Anliegen der Studierenden gerecht geworden zu sein. "Wir verstehen uns als Vertreter von Bayerns jungen Menschen und nicht wie andere als Karrieresprungbrett für die Mutterpartei. Wir reden unseren Parteifreunden aus der FDP deshalb nicht nach dem Mund, sondern ergreifen unsere eigenen Positionen. Das schätzt man in der FDP", erklärt der Landesvorsitzende Körber mit Blick auf die Junge Union und deren Landesversammlung in Weiden abschließend.