Presse



13. März 2009

Killerspielverbot verhindert keine Amokläufe - Innenpolitik mit Verstand und nicht nur mit Verboten

München, 13.03.09. Die Jungen Liberalen Bayern kritisieren die Forderung des bayerischen Innenministers, Joachim Hermann (CSU), Killerspiele zur Verhinderung von Amokläufen zukünftig zu verbieten. "Herr Herrmann glaubt doch bei jedem Problem in unserer Gesellschaft, mit einem neuen Verbot die adäquate Lösung gefunden zu haben", meint René WENDLAND, Landesvorsitzender der Jungen Liberalen Bayern. Diese Innenpolitik mit reinen Verboten und Brechstange statt mit Verstand würden die Jungen Liberalen Bayern jedoch nicht mittragen. "Wenn ein Jugendlicher verzweifelt ist und an Massenmord denkt, dann besteht auch ohne Killerspiele die Gefahr des Amoklaufs", erklärt der Landesvorsitzende. Ein Jugendlicher käme nicht durch das Spielen an seinem PC auf den Gedanken eines Amoklaufs, sondern durch die auf seine Psyche einwirkenden Probleme und aus großer Verzeiflung. Dagegen gäbe es eine Vielzahl Jugendlicher, die solche Computerspiele ohne Auswirkungen auf ihr Denken und Handeln regelmäßig spielen würden.
 
Die Jungen Liberalen Bayern sehen bei Amokläufen vor allem ein Versagen von Staat und Eltern bei der Erziehung von Heranwachsenden. "Deutschland weist in Europa mit die geringste Anzahl an Schulsozialarbeitern und Schulpsychologen auf. Wenn so viele Jugendliche mit ihren psychischen Problemen aus Schule oder Privatleben vollkommen alleine gelassen werden, ist eine höhere Gewaltbereitschaft meist die Folge davon", so Wendland. Abgesehen von der Verantwortung des Staates, sieht Wendland aber auch die Eltern in der Pflicht: "Wenn  Eltern zu Hause nicht merken, dass ihr eigenes Kind in tiefe Depressionen verfällt, dann läuft auch dort etwas schief".
Die Jungen Liberalen Bayern fordern deshalb die Staatsregierung dazu auf, durch den Einsatz von mehr Schulsozialarbeitern und Schulpsychologen ihren Beitrag zur Verhinderung solch grausamer Taten zu leisten.  Den mindestens genau so wichtigen Beitrag könne jedoch nur das Elternhaus leisten. Hier sei der Staat hilflos.
 
Manuel Röhrich